Kulturhistorischer Abriss über die Burgruine Hohendießen

Die Burgruine zu Dießen ist ab Mitte des 13. Jahrhunderts der einstige Sitz des Dießener Ortsadels. Später waren Adlige aus der Umgebung die Burgherren: So die Hülwer, (oder Steinhilber, sie stammten von Steinhilben in Hohenzollern) die Herren von Ow und die Herren von Ehingen, sie bauten die Burg aus. Dann die Herren von Wernau und die Schenken von Stauffenberg. Sie verkauften Dießen mit Dettlingen 1708 an das Kloster Muri. Mit der ganzen Herrschaft Glatt ging Dießen 1803 an den Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über, was die Untertanen nicht ungern sahen, da mit der Säkularisation ein Teil der Frondienste aufgehoben wurden. 1812 wurde die als baufällig erklärte Burg Hohendießen von Seiten der fürstlichen Verwaltung um 600 Gulden angekauft und 1813 zum Abbruch verkauft. Die zur Burg, oder wie von den Dießenern gern Schloss genannt, gehörenden weiteren Gebäude kamen 1889 durch Kauf in den Besitz der Familie Ow, Wachendorf. Diese überliess die Ruine 1968/69 der Gemeinde Dießen. Von der Gemeinde, dem Landkreis Hechingen und der Staatlichen Denkmalpflege wurde die Burgruine dann in den 1970er Jahren baulich gesichert und zugleich für die Aufführungen des Dießener Volkstheaters eingerichtet.

Im Jahre 1812 wurde dann die Schlosskapelle abgebrochen.

Der gotische Altar wurde von dem damaligen Pfarrer nicht in die Dorfkirche übernommen und ist wahrscheinlich verbrannt worden. Lediglich die beiden Altarflügelbilder, die den Tod und die Krönung Mariens zeigen sind noch bis heute in der Dießener Kirche erhalten.

Altar in der Dießener Kirche “ St. Martin

Von der ersten Anlage, die bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht und im 14. Jahrhundert oft erwähnt wird, lassen sich heute keine Reste mehr nachweisen. Vom Hauptbau, dem ehemaligen Pallas, stehen noch Teile der östlichen und der westlichenGiebelmauer sowie die Grundmauer der südlichen Längsseite. Das Bruchsteinmauerwerk aus Muschelkalk mit einigen rechteckigen profilierten Fenstergewänden, zeigt die Ansätze ehemaliger Fensterkreuze und einige Gewände rundbogiger Öffnungen.                                                                              

Im Westgiebel ist über einer Flachbogenöffnung ein stark verwitterter Wappenstein eingemauert. Er zeigt das Ehingen`sche Wappen vom Hl. Christophorus gehalten. Darüber in vertiefter Fraktur: Junker Hans von Ehingen 1555 und ein Steinmetzzeichen. Der Torbau, über dem einst ein Turm von 6,00 mal 6,30 m gestanden hat, hat 2 spitzbogige Torbögen. An der Eingangstür eines späteren Anbaues wurde ein Sturz mit der Jahreszahl 1564 verwendet. An dem noch heute noch bewohnten Wirtschaftsgebäude steht über einem grossen Rundbogen die Jahreszahl 1768.

östlicher Giebel

westlicher Burgteil

von Ow

Ulf der Dießer

Ehingen

Geroldseck

Kloster Muri

von Wernau

von Neuneck

Hohenzollern

Hohenzollern

Ulf der Dießer

Burg Hohendießen

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